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Gartentipp im Januar: Tierisch interessante Orchideen - Rosengut Langerwisch

Gartentipp im Januar: Tierisch interessante Orchideen

Tierisch interessante Orchideen

Orchideen verbinden Pflanzen- und Tierwelt auf überraschend viele Arten – weit über die Bestäubung hinaus. Schon ihre Namen verraten oft enge Beziehungen zur Tierwelt.

Einige Orchideen tragen Tiernamen, weil ihre Blüten wie Insekten oder andere Tiere aussehen. Die Bienen-Ragwurz, Ophrys apifera, und die Fliegen-Ragwurz, Ophrys insectifera, ahmen Form, Farbe und sogar die „Behaarung“ ihrer jeweiligen Vorbilder nach.

Auch exotische Arten wie die Affengesichts-Orchidee, Dracula simia, die Taubenorchidee, Peristeria elata, die Elefantenrüssel-Orchidee, Bulbophyllum fletcherianum, oder die Tiger-Orchidee, Grammatophyllum speciosum, verdanken ihre tierischen Namen den außergewöhnlichen Formen und Mustern ihrer Blüten.

Auch die beliebte Schmetterlingsorchidee, Phalaenopsis, gehört dazu. Ihr botanischer Name setzt sich aus den altgriechischen Worten „phalaina“ für „Nachtfalter“ und „opsis“ für „Aussehen“ oder „Anblick“ zusammen. Der Botaniker Carl Ludwig Blume, der die Gattung 1825 beschrieb, soll beim Blick durch sein Fernglas zunächst gedacht haben, er sehe einen Schwarm Nachtfalter – dabei waren es die hellen Blüten der Orchideen.

Da ihre exotischen Blüten auch die Fantasie heutiger Züchter inspirieren, tragen viele Orchideenhybriden tierische Sortennamen. Beispiele dafür sind Phalaenopsis ‘White Swan’, Vanda ‘Blue Butterfly’, Dendrobium ‘Snow Owl’, Oncidium ‘Dancing Tiger’ oder Cymbidium ‘Red Panda’.

Raffinierte Beziehungen zwischen Orchideen und Tieren

Die faszinierendsten Verbindungen entstehen dort, wo Orchideen und Tiere tatsächlich miteinander leben. Viele Orchideenarten sind meisterhaft daran angepasst, bestimmte Insekten zur Bestäubung anzulocken.

Einige bieten echten Nektar an, etwa tropische Arten, die Kolibris oder langrüsseligen Schwärmern Nahrung bieten. Andere arbeiten mit raffinierter Täuschung. Ragwurze imitieren weibliche Insekten so genau – im Aussehen und sogar im Geruch –, dass männliche Insekten versuchen, sich mit der Blüte zu paaren.

Diese sogenannte Pseudokopulation überträgt den Blütenstaub ganz ohne Gegenleistung. Auch andere Orchideen locken Tiere mit Düften an, die Nahrung oder geeignete Eiablageplätze vorgaukeln. Manche tropischen Dracula-Arten riechen sogar nach Pilzen, um pilzliebende Fliegen anzuziehen.

Orchideen als kleine Lebensräume

Neben solchen Bestäubungsbeziehungen gibt es weitere, oft weniger bekannte Verbindungen zwischen Orchideen und Tieren.

In tropischen Regenwäldern dienen viele epiphytische Orchideen als kleine Lebensräume. Sie wachsen auf Bäumen, ohne diesen Nährstoffe zu entziehen. Zwischen ihren Blättern, Wurzeln und kleinen Wassersammelbecken finden Frösche, Insekten, Spinnen und sogar kleine Reptilien Schutz, Feuchtigkeit und Lebensraum.

Manche Orchideen bilden kleine Wasservorräte, in denen sich Kaulquappen entwickeln oder winzige Wirbellose leben. Damit werden Orchideen zu kleinen Ökosystemen, die weit mehr bieten als nur spektakuläre Blüten.

Wer Orchideen betrachtet, entdeckt also nicht nur besondere Zimmerpflanzen oder exotische Blütenformen. Hinter ihnen steckt eine faszinierende Verbindung aus Pflanzenwelt, Tierwelt, Anpassung und Vielfalt.
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