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Gartentipp im August: Kakteen richtig pflegen - Rosengut Langerwisch

Gartentipp im August: Kakteen richtig pflegen

Kakteen: Überlebenskünstler der Wüste

Ob kugelig, säulenförmig oder leicht abgeflacht – Kakteen faszinieren mit ihren außergewöhnlichen Wuchsformen. Sie sind perfekt an das Leben in extrem trockenen Regionen angepasst. Wer ihre natürlichen Lebensbedingungen kennt, kann sie viele Jahrzehnte erfolgreich kultivieren und mit etwas Glück beeindruckende Blüten erleben.

Beliebte Arten sind Mammillaria, Echinopsis, Ferocactus, Gymnocalycium oder Parodia. Sie stammen überwiegend aus trockenen Gebieten Nord-, Mittel- und Südamerikas. Dort herrschen häufig große Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht, intensive Sonneneinstrahlung und oft monatelange Trockenheit. Entsprechend ausgeprägt sind ihre Überlebensstrategien.

Stacheln schützen vor Hitze und Austrocknung

Das auffälligste Merkmal der Kakteen sind ihre Stacheln. Sie dienen nicht nur der Abwehr von Fraßfeinden, sondern vor allem auch dem Schutz vor Hitze und Austrocknung.

Die Stacheln werfen feine Schatten auf die Pflanzenoberfläche. Gleichzeitig bremsen sie dort die Luftbewegung. So entsteht eine dünne, etwas feuchtere Luftschicht, die die Verdunstung reduziert. Zusätzlich können Stacheln nächtlichen Tau auffangen, der anschließend abtropft und von den Wurzeln aufgenommen werden kann.

Auch der grüne, verdickte Pflanzenkörper ist eine perfekte Anpassung. Er dient als Wasserspeicher und übernimmt gleichzeitig die Photosynthese, da die Blätter im Laufe der Evolution umgebildet wurden. Stacheln statt Blätter bedeuten eine deutlich kleinere Verdunstungsfläche. Eine dicke, wachsartige Außenhaut schützt zusätzlich vor Wasserverlust.

Wassersparender Stoffwechsel

Eine weitere Besonderheit ist der Stoffwechsel vieler Kakteen. Sie öffnen ihre Spaltöffnungen überwiegend nachts, wenn die Temperaturen niedriger sind. Dann nehmen sie Kohlendioxid auf und speichern es für die Photosynthese am Tag.

Auf diese Weise verlieren Kakteen deutlich weniger Wasser als Pflanzen, die ihre Spaltöffnungen tagsüber öffnen. Genau diese Anpassung macht sie so erfolgreich an trockenen, heißen Standorten.

Kakteen im Zimmer richtig pflegen

Damit sich Wüstenkakteen im Zimmer wohlfühlen, brauchen sie einen möglichst hellen Standort. Ideal ist ein Platz an einem Süd- oder Westfenster.

Während der Wachstumszeit von Frühjahr bis Spätsommer wird erst gegossen, wenn das Substrat vollständig abgetrocknet ist. Staunässe sollte unbedingt vermieden werden, denn zu viel Wasser schadet Kakteen deutlich mehr als kurze Trockenphasen.

Im Winter legen die meisten Arten eine Ruhepause ein. Idealerweise stehen sie dann hell, aber kühler – etwa zwischen 8 und 15 °C – und bekommen nur sehr wenig Wasser. Diese Winterruhe ist bei vielen Arten eine wichtige Voraussetzung für eine schöne Blüte im Frühjahr.

Das richtige Substrat und sparsames Düngen

Zum Umtopfen verwendet man ein sehr durchlässiges Kakteensubstrat mit mineralischen Bestandteilen wie Bims, Lavagranulat oder grobem Sand. So kann überschüssiges Wasser gut ablaufen und die Wurzeln bleiben gesund.

Gedüngt wird nur sparsam und ausschließlich während der Wachstumszeit. Spezielle Kakteendünger sind auf die Bedürfnisse dieser Pflanzen abgestimmt.

Kakteen sind Meister des Überlebens und deshalb auch für Pflanzen-Anfänger gut geeignet. Wer mit den ersten Exemplaren Erfolg hat, entdeckt schnell ihre unglaubliche Vielfalt – und nicht selten entsteht daraus eine kleine Sammelleidenschaft.
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