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Tierisch interessante Orchideen

Orchideen verbinden Pflanzen- und Tierwelt auf überraschend viele Arten – weit über die Bestäubung hinaus. Schon ihre Namen verraten oft enge Beziehungen. Einige tragen Tiernamen, weil ihre Blüten wie Insekten aussehen. Der Bienenragwurz oder der Fliegenragwurz ahmen Form, Farbe und sogar die „Behaarung“ ihrer jeweiligen Vorbilder nach. Exotische Arten wie die Affengesichts-Orchidee (Dracula simia), die Taubenorchidee (Peristeria elata), Elefantenrüssel-Orchidee (Bulbophyllum fletcherianum) oder die Tiger-Orchidee (Grammatophyllum speciosum) verdanken ihre tierischen Namen den außergewöhnlichen Formen und Mustern ihrer Blüten. Auch die beliebte Schmetterlingsorchidee (Phalaenopsis) gehört dazu. Ihr botanischer Name Phalaenopsis setzt sich zusammen aus den altgriechischen Worten „phalaina“ für „Nachtfalter“ und „opsis“ für „Aussehen“ / „Anblick“. Der Botaniker Carl Ludwig Blume, der die Gattung 1825 beschrieb, soll beim Blick durch sein Fernglas zunächst nämlich gedacht haben, er sehe einen Schwarm Nachtfalter – dabei waren es die hellen Blüten der Orchideen. Da ihre exotischen Blüten auch die Phantasie der heutigen Züchter inspirieren, tragen viele Orchideenhybriden tierische Sortennamen: Phalaenopsis ’White Swan’, Vanda ’Blue Butterfly’, Dendrobium ’Snow Owl’, Oncidium ’Dancing Tiger’ oder Cymbidium ’Red Panda’.

Die faszinierendsten Verbindungen entstehen jedoch dort, wo Orchideen und Tiere tatsächlich miteinander leben. Viele Orchideenarten sind meisterhaft daran angepasst, bestimmte Insekten zur Bestäubung anzulocken. Einige bieten echten Nektar an, etwa tropische Arten, die Kolibris oder langrüsseligen Schwärmern Nahrung bieten. Andere arbeiten mit raffinierter Täuschung: Die Ragwurze imitieren weibliche Insekten so perfekt – im Geruch und im Aussehen –, dass die Männchen versuchen, sich mit der Blüte zu paaren. Diese sogenannte Pseudokopulation überträgt den Blütenstaub ganz ohne Gegenleistung. Auch andere Orchideen locken Tiere mit Düften an, die Nahrung oder Eiablageplätze vorgaukeln. Manche tropischen Dracula-Arten riechen sogar nach Pilzen, um pilzliebende Fliegen anzuziehen.

Neben solchen Bestäubungsbeziehungen gibt es weitere, oft weniger bekannte Verknüpfungen zwischen Orchideen und Tieren. In den tropischen Regenwäldern dienen viele epiphytische Orchideen als Mikrohabitate: Zwischen ihren Blättern, Wurzeln und kleinen Wassersammelbecken finden Frösche, Insekten, Spinnen und sogar kleine Reptilien Schutz, Feuchtigkeit und Lebensraum. Manche Orchideen bilden kleine Wasservorräte, in denen sich Kaulquappen entwickeln oder winzige Wirbellose leben. Damit werden Orchideen zu kleinen Ökosystemen, die weit mehr bieten als nur spektakuläre Blüten.


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